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Seifendose Neusilber 840899

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Aus dem Dornröschenschlaf geweckt. Eine Seifendose aus Neusilber

Viele Jahre schlummerte eine Seifendose wie diese unbeachtet als Ausstellungsstück N° 2008-003-017 in der Medizinhistorischen Sammlung der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Bis ein Maschinenbau-Ingenieur sie auf seiner langen Suche nach einem stabilen und langlebigen Behältnis für Seife entdeckte und aus ihrem Dornröschenschlaf erweckte. Das schicke Ausstellungsstück war ursprünglich Bestandteil eines Hebammen-Koffers aus den 1890er Jahren, den das Wiesbadener Fachgeschäft für Hebammen-Bedarf Gottlob Kurz anbot. Kaum dass der neuzeitliche Ingenieur es in Händen hielt, stand fest: So etwas muss man wieder produzieren. Eine Materialanalyse unter dem Fluoreszenzmikroskop ergab, dass es sich bei dem Material um Neusilber handelt (Edelstahl wurde erst 1912 von Krupp entwickelt). Charakteristisch für die korrosionsbeständige Legierung aus Kupfer, Nickel und Zink ist der schöne Silberglanz, weshalb sie früher oft als Alternative zu Silber für Besteck, Musikinstrumente, Beschläge und Schmuck verwendet wurde.

Form follows Manufacturing

Ausnahmsweise folgt hier die Form nicht nur der Funktion, sondern ist vor allem der Kombination aus Herstellungsverfahren und Material geschuldet. Für die Seifendose wird das Neusilber im Tiefziehverfahren verarbeitet. Dabei wird das Blech in die Negativform gepresst und das Metall beginnt förmlich hineinzufließen. Damit das Material an den Kanten nicht reißt, muss ein Mindestradius eingehalten werden, der sich aus den Eigenschaften des Werkstoffs ergibt. Auch wenn die abgerundeten Ecken nicht das Ergebnis eines ausgefeilten Produktdesigns sind, tragen sie doch zur besonderen Optik und noch mehr zur angenehmen Haptik der Seifendose bei. So ergibt sich ihre gut handhabbare Form und – in Kombination mit dem beständigen, leicht zu reinigenden Material –  ihre optimale Funktionalität.

Kleine Dose, großer Nutzen

So alt das Vorbild der Neusilber-Seifendose auch sein mag, in puncto Materialität und Produktion ist sie auf der Höhe der Zeit. Die Legierung besteht zu 80% aus recyceltem Material, nur 20% sind „neue“ Rohstoffe. Die Energie für die Tiefziehwerkzeuge wird zudem in einer Photovoltaikanlage erzeugt. Und schließlich hilft die Seifendose auch unterwegs, einen Beitrag zu Sparsamkeit und Müllvermeidung zu leisten: Stückseife ist ergiebiger im Verbrauch als Flüssigseife; gut geschützt in der unzerbrechlichen, kleinen Dose lässt sie sich problemlos überallhin mitnehmen. Da Seife früher ein teures Gut war, fällt die Seifendose kleiner aus als heutige Modelle – was sich auf Kurzreisen oder für die Sporttasche  schnell als praktischer Vorteil erweist. Wir empfehlen Seifenstücke zu 100 Gramm, beispielsweise solche aus der Seifenmanufaktur Klar.

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