Allgemeine Informationen
Hoch die Eier, fertig, hopp!
Aus dem vollen Holz der Esche wird dieser Osterhase gedrechselt, dezent in der Gestaltung und dabei auffallend beredt in seiner Körperhaltung: Mit aufmerksam gespitzten Löffeln scheint der Hase jeden Moment loshoppeln zu wollen, um die Eier auszuliefern. Ein auffallend schönes Detail dieser Seiffener Handwerksarbeit ist die kunstfertige Herausarbeitung der natürlichen Holzmaserung. Ihr Verlauf ist gekonnt in die Gestaltung einbezogen und hebt so ausdrucksstark die lebhafte Lieferbereitschaft des Osterhasen hervor.
Volkskunst aus dem Erzgebirge. Seiffen
Dass sich im ursprünglich dicht bewaldeten Erzgebirge eine berühmte Holzkunst herausbildete, erklärt sich nicht allein aus der Verfügbarkeit des Werkstoffes. Als Wirtschaftszweig gewann das Kunsthandwerk umso mehr Bedeutung, als der dortige Bergbau rasch an Ressourcen und Rentabilität einbüßte. In diese Lücke schlüpfte die Volkskunst, welche der Bergbau – nicht weniger als das Weihnachtsfest – noch mit zahlreichen Motiven prägte. Ein Zentrum der Holzkunst bildete sich rund um Seiffen heraus, wo 1853 eine der ersten Fachgewerbeschulen gegründet wurde, um das Kunsthandwerk zu fördern. Im sogenannten Spielzeugwinkel stellen bis heute kleine und große Handwerksbetriebe die Klassiker der Volkskunst des Erzgebirges her: von Reifentier und Räuchermännchen über Bergmannsfigur und Nussknacker bis hin zu Schwibbogen und Flügelpyramide.
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