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Kösener Pferd 841629

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Welteneroberer

Ohne das Pferd wäre der Mensch vielleicht nicht so weit gekommen – im wörtlichen Sinne. Fossile Funde lassen darauf schließen, dass vor etwa 5.000 Jahren Menschen begannen, das Pferd zu domestizieren, und die Vorfahren unserer heutigen Hauspferde vor rund 4.500 Jahren in den Steppen des westlichen Eurasiens gezüchtet wurden. Mit der Domestizierung erschloss sich der Mensch das Pferd als Arbeitstier und schließlich als Reittier, auf dem größere Strecken in kürzerer Zeit zurückgelegt werden konnten: Vor etwa 4.200 Jahren schwangen sich wohl Angehörige der osteuropäischen Jamnaja-Kultur erstmals auf den Rücken ihrer Pferde, um von hier aus die Weiten der Welt erobern zu können.

Heute wird das Pferd als einer der treuesten Begleiter des Menschen angesehen – und das Kösener Pferd erfüllt diese Aufgabe mit der charakteristischen Schmiegsamkeit des Kösener Webplüschs. Dabei ist es bis in die Fesseln hinein so fest gestopft, dass es nicht nur anhaltend die Ohren spitzt, sondern auch dauerhafte Standhaftigkeit beweist und mit seiner anmutigen, naturgetreuen Gestaltung die Herzen kleinerer und größerer Pferdefreund*innen zu erobern vermag.

Plüschtiere aus den Kösener Werkstätten

Handwerklich und gestalterisch gehören Kösener Plüschtiere zum Besten, was sich finden lässt: Jedem Entwurf gehen Anatomie- und Bewegungsstudien in Zoo und Natur voraus. Dem folgen Skizzen und erste Modelle in Ton: Nur auf diese Art und Weise entstehen solch naturnahe (eben nicht auf „süß“ getrimmte) Plüschtiere. Die aus bis zu 100 Einzelteilen gefertigten Tiere sind mit silikonisierter Hohlfaser sowie – aus Gründen der naturgetreuen Beweglichkeit – Kunststoffgranulat gefüllt. Für die Decken wird ausschließlich Webplüsch verarbeitet. Er lässt sich viel fester vernähen als Wirkplüsch und gewährleistet, dass die Tiere nicht aus der Form geraten, und Webplüsch ist unempfindlicher gegen Haarausfall. Vielfach preisgekrönt sind sie auch Sammlerstücke für die Vitrine, aber hauptsächlich gemacht, dem Alltag im Kinderzimmer standzuhalten. Die erste Kösener Puppenfabrik wurde 1912 von Käthe Kruse gegründet. Sie verließ 1949 die DDR, erhalten blieben aber die über vier Jahrzehnte gewachsenen besonderen Fertigkeiten des Puppenmachens. Man spezialisierte sich auf die Herstellung von Plüschtieren, und durch die inzwischen noch länger gewachsene Zusammenarbeit mit der benachbarten Burg Giebichenstein – seit Anfang des 20. Jahrhunderts eine der wichtigsten Ausbildungsstätten für Produktgestaltung in Deutschland – wuchsen auch die gestalterischen Ansprüche stetig.

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