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DER POTT 840607

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Eine Hommage an den „Kohlenpott“

Kohle und Stahl bestimmten seinen Werdegang. „Der Pott kocht“ zwar mittlerweile nicht mehr, zumindest nicht in dem Sinne, in dem es das Ruhrgebiet seit dem Beginn der industriellen Revolution bis in die 1950er, 1960er Jahre hinein tat. Doch vermitteln die alten Zechen und Maschinenhallen, die Gasometer und Hochöfen, die breit ausgebauten Schienen- und Wasserwege ein eindrucksvolles Bild jener Ära, in der das Revier als berühmt-berüchtigter „Kohlenpott“ Hunderttausenden von Bergleuten und Stahlkochern Arbeit und Heimat bot.Auf 640 reich bebilderten Seiten breitet sich vor dem Leser eine opulent gestaltete, faszinierende Hommage an das Ruhrgebiet und seine industriekulturelle Geschichte aus – ja beinah ein Ziegelstein von einem Bildband, der den zahlreichen Zeugnissen nachspürt, welche die fast 200 Jahre währende Montanindustrie im Ruhrgebiet, einem der größten Ballungszentren Europas, hinterließ.

Kathedralen der Montanindustrie

Vom wuchtigen Backsteinbau bis hin zur filigran anmutenden Stahlkonstruktion, von Gotik-Anklängen bis zum Jugendstil, von der Halde bis zu Fluss und See: Architekturfotograf Achim Bednorz fängt die ehemaligen Industrieanlagen und -flächen in all ihrer stummen Würde ein. Im Zuge des Strukturwandels wurden sie längst als soziales oder kulturelles Zentrum, als Amts- oder Unternehmenssitz, als bodensaniertes Wohn- oder renaturiertes Naherholungsgebiet einer neuen Aufgabe zugeführt, doch legen sie bis heute ein eindrucksvolles Zeugnis der Revier-Geschichte ab. Bednorz lichtet die Anlagen menschenleer ab und arbeitet damit in bemerkenswerter Weise ihren geradezu kathedralenhaften Charakter heraus. Auch die Zeche Waltrop, heute Unternehmenssitz von Manufactum, wird in diesem Bildband gewürdigt – inklusive Blick in die Lohnhalle (heute Manufactum Gastronomie) und die ehemalige Kaue, die unser Waltroper Warenhaus beherbergt. Kunsthistoriker Walter Buschmann stellt den Fotografien fachkundige Begleittexte zur Seite, gibt einen Einblick in Technik und Funktionsweisen und ergänzt die Monumente der Gegenwart um historische Karten und Zeichnungen. All dies gelingt anschaulich und verständlich, sodass sich auch dem Montan-Laien und Ruhrgebiets-Neuling schon beim einfachen Durchblättern die einzigartige Historie und Ästhetik der Industriekultur im ehemaligen Kohlenpott offenbart.

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